Dorsten Aktuell/News


22.12.2015
 

Weihnachtsgruß von Bürgermeister Tobias Stockhoff

„Ein Stern in dunkler Nacht“

„Der Stern von Bethlehem ist ein Stern in dunkler Nacht – auch heute noch“. Dieser Satz der 1942 in Ausschwitz ermordeten und 1998 heiliggesprochenen Ordensfrau Edith Stein ist heute so aktuell wie damals.

Der Stern von Bethlehem hat vor 2000 Jahren den Weg gewiesen zu einer Herberge. Dort ist in einem Stall Gottes Sohn geboren worden, der uns aufruft zu Nächstenliebe und Frieden.

Alles, was in dieser Geschichte steckt, haben wir in diesem Jahr erfahren: Menschen leben in dunkler Nacht, erleiden Krieg, Terror, bitteres Elend. Sie folgen einem Licht. Wenn sie sich auf diesen häufig gefährlichen Weg machen, dann hoffen sie auf Sicherheit und Frieden für sich und ihre Familien, auf eine Perspektive für ihre Kinder, ein gutes Leben führen zu können. Sie suchen eine Herberge.

Hier bei uns finden Sie diese Herberge und Frieden. Jesu‘ Aufforderung, unsere Nächsten zu lieben, gilt auch Ihnen. In den letzten Wochen haben wir in Dorsten erleben dürfen, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger dieses Gebot mit Leben füllen. Sie helfen den Menschen, die zu uns kommen. Sie kümmern sich darum, dass die Flüchtlinge mit dem Nötigsten ausgestattet werden, sorgen für Kleidung, vermitteln Sprache, begleiten bei den ersten Schritten in unserer Gesellschaft. Und oft hören Sie den Menschen einfach nur zu, lassen sich erzählen, woher sie geflohen sind und warum. Auch dieser Austausch ist wichtig.

Wie wir in unserer Stadt der Herausforderung begegnet sind: Das ist in diesem Jahr für mich die Weihnachtsgeschichte – bei allen berechtigten Diskussionen und offenen Fragen um die Flüchtlingspolitik auf deutscher und europäischer Ebene.

Diese vielen Begegnungen in unserer Stadt, diese ungeheure Hilfsbereitschaft zeigt uns: Gott ist in der Welt. Darüber der leuchtende Stern von Bethlehem. Ein Licht der Hoffnung und der Nächstenliebe.

Für alle Hilfe, für Tatkraft und Spendenbereitschaft habe ich den Dorstenerinnen und Dorstenern immer wieder gedankt. Das möchte ich in diesen Tagen, da wir uns auf das Fest der Geburt Jesu‘ vorbereiten, ganz ausdrücklich noch einmal tun. In diesen Dank schließe ich alle Bürgerinnen und Bürger in Dorsten ein, die sich auf vielfältige Weise um das Gedeihen und das Wohl der Stadt verdient machen. Die in Vereinen wirken, sich in Familie, Freizeit und Beruf engagieren. Oder die einfach nur ein Lächeln und ein freundliches Wort für Ihre Mitmenschen übrig haben. Schon das kann für einen anderen ein kleiner Stern sein.

Ihnen allen wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute sowie Gottes Segen für das Jahr 2016.

Tobias Stockhoff
Bürgermeister