Dorsten Aktuell/News


07.03.2016
 

Kreis Wesel beschlagnahmt 270 Hunde in Schermbeck

In einer bislang für den Kreis Wesel beispiellosen Aktion hat der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung am Donnerstag, 3. März, mehr als 270 Hunde (kleine Rassen; überwiegend Malteser) in einer Hundezucht in Schermbeck beschlagnahmt.

Die Tiere wurden im Rahmen einer richterlich angeordneten Durchsuchung vorgefunden. Der Kreis hatte die Durchsuchung beantragt. Anlass waren glaubwürdige Hinweise darauf, dass in der Tierhaltung wesentlich mehr Hunde als vom Kreis erlaubt unter sehr schlechten Verhältnissen und versteckt vor Kontrollen gehalten würden.
Siebzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes waren vor Ort. Da die amtstierärztliche Besichtigung die vorherigen Befürchtungen über den schlechten Zustand vieler Tiere bestätigten und die Haltungsbedingungen unakzeptabel waren, mussten alle Hunde sofort anderweitig untergebracht werden.
Hierfür hatte der Kreis Vorkehrungen getroffen. Dank der Hilfe etwa ebenso vieler Mitarbeiter/innen und Helfer/innen der drei Tierheime aus Wesel, Kamp-Lintfort und Straelen konnten die Tiere in mehrstündiger Arbeit pro-visorisch gekennzeichnet, erfasst und abtransportiert werden. In den Tierheimen wurde unter Einbindung mehrerer Tierärztinnen des Kreises noch am Donnerstag damit begonnen, alle Tiere gründlich zu untersuchen, die Identität festzustellen, ggf. Tiere neu mit Mikrochips zu kennzeichnen und die dringendsten Pflegemaßnahmen und Behandlungen einzuleiten. Im Vordergrund stehen zunächst Fell- und Hautpflege, Krallenpflege und Zahnsanierung der vernachlässigten Tiere. In einigen Fällen war eine sofortige weitergehende tierärztliche Behandlung erforderlich.
Eine Rückkehr von Hunden in die Tierhaltung schließt der Kreis Wesel aus. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass nach Abschluss der amtstierärztlichen Gutachten unter anderem Verfahren zum Verbot jeglicher Hundehaltung und -betreuung eingeleitet werden und die Staatsanwaltschaft wegen der Verstöße gegen das Tierschutzrecht eingeschaltet wird.
Der Kreis Wesel bedankt sich ausdrücklich für die große Hilfsbereitschaft der Tierheime und das selbstlose Engagement ihrer Helferinnen und Helfer.