Dorsten Aktuell/News


28.06.2016
 

„Weltoffen aus Tradition“ - Die Metropole Ruhr ist internationalen Führungskräften sympathisch


Die Metropole Ruhr schneidet in der Bewertung von Führungskräften aus dem In- und Ausland besser ab als erwartet und liegt bei einigen Werten deutlich vor anderen deutschen Regionen. Das ist eines der Ergebnisse einer umfassenden Imageanalyse, die vom Regionalverband Ruhr (RVR) vorgestellt wurde.

Die Studie dient der Vorbereitung einer internationalen Imagekampagne für den Wirtschaftsstandort Metropole Ruhr, die 2017 starten soll.
Für die Studie wurden mit einem wissenschaftlich fundierten Ansatz Führungskräfte in Deutschland und mehreren anderen Ländern befragt. Eine solche Analyse, mit mehreren deutschen Regionen im Vergleich, liegt zum ersten Mal vor.
Eigenschaften wie Traditionsbewusstsein, Authentizität und Bodenständigkeit, Zuverlässigkeit und Erfahrung werden sehr klar und häufig mit dem Ruhrgebiet verbunden. Dynamische Werte wie „jugendlich“ und „modern“ werden seltener genannt. „Für uns spiegeln diese positiven Eigenschaften den Kern des ‚Made in Germany‘-Images wieder, das auf zupackenden Ingenieurleistungen, zuverlässigem Service und passgenauer Qualitätsarbeit aufbaut.“ sagt Heiko Wiese, Leiter der Studie.
Neben der positiven Bewertung dieser „klassischen“ Eigenschaften fällt die durchgehend hohe Bewertung der Weltoffenheit des Ruhrgebietes gerade auch durch internationale Führungskräfte auf.

„Uns überrascht das nicht, denn Weltoffenheit ist bei uns gelernte Tradition,“ sagt Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR): „Ohne Veränderung und Zuwanderung, Zusammenhalt und Wandel würde es die Metropole Ruhr ja gar nicht geben. Das liegt in unserer ‚DNA’ - wir sind neugierig auf andere, die sich rasch bei uns wohl fühlen."
In den Befragungen und der Wahrnehmungsanalyse wurde außerdem deutlich: Das Ruhrgebiet ist auch international sehr bekannt und kommt sympathisch rüber. „Überall gemocht zu werden, das macht uns keiner so schnell nach“, so die Regionaldirektorin weiter. Andere Regionen und Städte bräuchten Jahre und Jahrzehnte, um solche Sympathiewerte zu erreichen.

Bei der positiven Bewertung der Standortfaktoren stehen aus in- und ausländischer Perspektive die Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur weit oben, gefolgt von der Gesundheitsversorgung und dem Angebot an Arbeitskräften.
Für die befragten Manager ist vor allem das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften für eine Standortentscheidung sehr wichtig. Dieses Angebot konkret in der Metropole Ruhr wird von den inländischen Führungskräften zu 52,5 Prozent mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. Dieser Wert sollte aber noch gesteigert werden und zeigt, dass das vorhandene Potenzial an hier lebenden Fachkräften und vor allem Studierenden viel deutlicher betont werden muss.
Unternehmen müssen überzeugt werden, dass sie hier die Fachkräfte finden, die sie für ihren Unternehmensstandort brauchen. Denn immerhin: Jeder fünfte (!) befragte Unternehmer aus den vergleichbaren Metropolregionen in Deutschland kann sich konkret eine positive Standortentscheidung für das Ruhrgebiet vorstellen und über 70 Prozent der schon ansässigen Unternehmen denken über eine weitere Ansiedlung nach. Das Potenzial ist also vorhanden und passt zu der überwiegend positiven Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Wirtschaftsraums Ruhrgebiet.

Weitere interessante Ergebnisse:
• Unternehmen mit Sitz in der Metropole Ruhr sind hochgradig zufrieden mit ihrem Standort – der Wert von 83,7 Prozent liegt etwa auf dem insgesamt hohen Niveau von Deutschland (84,8 Prozent).
• Selbstbild und Fremdbild weichen zum Teil erheblich voneinander ab.
• Als besonders erfolgreich wahrgenommene Regionen offenbaren ungeahnte „Schattenseiten“.

Aus der internationalen Perspektive fällt die hohe Bekanntheit der Metropole Ruhr auf, die im Ranking noch vor Rhein-Main, Rheinland oder Berlin-Brandenburg rangiert. Bei der Attraktivität der Region landet das Ruhrgebiet im Mittelfeld, also hinter München oder Hamburg, aber vor Rhein-Neckar, Mitteldeutschland oder Berlin-Brandenburg.
Die Imageanalyse liefert mit insgesamt 335 Befragten im In- und Ausland belastbare und fundierte Aussagen (Details s.u.). Dabei wurde nach fünf Branchen differenziert (Digitale Kommunikation, Bildung und Wissen, Gesundheit, Ressourceneffizienz und Industrieller Kern).
Karola Geiß-Netthöfel: „Dass unser Image noch verbessert werden muss, war uns klar – deshalb haben wir diese Analyse ja gemacht. Was uns aber am meisten interessiert, sind die Chancen und Überraschungen. Von beiden hat uns die Studie reichlich geliefert.“
Heiko Wiese: „Wenn wir nach den Alleinstellungsmerkmalen der Metropole Ruhr suchen, dann fällt einerseits auf, wie positiv die Region mit dem Begriff Tradition in Verbindung gebracht wird. Andererseits kennen die Zielgruppen die historisch belegte Offenheit der Menschen hier. Aus beidem zusammen kann bei der Entwicklung der Kampagne etwas Spannendes entstehen.“

Der RVR will die Studie nun genauer auswerten und in die Vorbereitung der geplanten Kampagne einbeziehen, die im Januar 2017 beginnen soll. Das Ausschreibungsverfahren dazu beginnt noch im Juni. Der RVR erwartet die Beteiligung namhafter kreativer Agenturen, innerhalb und außerhalb der Metropole Ruhr.
Die Wichtigkeit der geplanten Kampagne aus Sicht der Politik betont der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des RVR, Roland Mitschke: "Das Ruhrgebiet muss sich national und international als attraktive Zukunftsregion präsentieren. Mit über 260 000 Studenten haben wir ein Fachkräftepotential, welches keine andere Region in Deutschland aufzuweisen hat. Unternehmer, Investoren sind herzlich willkommen. Wir wollen mit der geplanten Kampagne zeigen, dass man hier auch gut leben kann."

Quelle: Metropole Ruhr