Dorsten-Aktuell


08.09.2016
 

Zeitzeugen mit viel Charme - Sonntag ist Tag des offenen Denkmals

Wie gut, dass sie bewahrt wurden, die vielen baulichen Zeugnisse aus der Zeit von Kohle, Stahl und harter Arbeit, ermöglichen sie doch eine intensive Erinnerung an das vergangene Industriezeitalter. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag (11.9.) bietet die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur an neun ihrer insgesamt 13 Standorte die Möglichkeit, in die vergangenen Zeiten einzutauchen…

Doch geht es nicht nur um die Geschichte der Monumente, sondern auch ihre Rolle im Hier und Jetzt und in der Zukunft. Dabei ist das Kümmern ebenso wichtig wie das Vermitteln. Dass beides am besten in Gemeinschaft, in Fördervereinen und Schulklassen, funktioniert, inspiriert und viel Spaß macht, wird am Tag des offenen Denkmals besonders deutlich. Die Stiftung lädt auf die Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde, auf Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne, Zeche Pattberg in Moers-Repelen, Zeche Prosper in Bottrop, Zeche Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck, Zeche Radbod in Hamm Bockum-Hövel, Zeche Fürst Leopold in Dorsten-Hervest, Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven und zum Ahe-Hammer in Herscheid ein. Interessierte Besucher können die Industriedenkmale der Stiftung an diesem Tag kostenfrei besichtigen und in Gesprächen und Führungen vor Ort viel Wissenswertes über die alten Bekannten erfahren.
Zusammen mit den Partnern vor Ort, ehrenamtliche Mitstreiter in Fördervereinen und Initiativen, bietet die Industriedenkmalstiftung an jedem Denkmal ein Programm oder Kurzführungen an – ganz im Sinne des diesjährigen Mottos des Tages „Gemeinsam Denkmale erhalten“, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ersonnen hat. Der Erfolg dieser Zusammenarbeit lässt sich an diesem Tag vielenorts messen. Die ehrenamtlichen Bürger begeistern oftmals seit Jahren vor Ort für „ihr“ Denkmal, füllen es mit Leben, auch indem sie es zum Beispiel als außerschulischen Lernort nutzen. Außerdem locken und informieren sie Touristen aus nah und fern. Die Fördervereine unterstützen auf diese Weise die Stiftung in ihrem Ziel, das historische Erbe zukunftsfähig zu halten.

„Gemeinsam Denkmale erhalten“ lautete auch das Thema in der Unter-, Mittel- und Oberstufe im Kunstunterricht der Gustav-Heinemann Gesamtschule in Huckarde. Ein Jahr lang beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit den historischen Perspektiven des Denkmals Kokerei Hansa und nutzten es als Grundlage zur individuellen, aktuellen Umsetzung. Mindestens einmal besuchten die Jungen und Mädchen das Industriedenkmal und nahmen an einer der zahlreichen Führungen teil. Einige von ihnen kamen auch regelmäßig, um Unterricht im Denkmal zu erleben. Das Ergebnis: Es entstanden spannende Fotoarbeiten, Linolschnitte und Zeichnungen, die am Tag des offenen Denkmals auf der Kokerei ausgestellt sind.

Seit über zehn Jahren arbeiten die Stiftung und die Huckarder Gesamtschule bereits zusammen. Im vergangenen Schuljahr wagten sie ein Experiment. Erstmals erklären am Sonntag Schüler die Kokerei. Über die Dauer eines Schuljahres entwickelten sich Fünftklässler zu regelrechten Experten, um nun in die Rolle der Gästeführer zu schlüpfen. Dabei teilen sie sich in drei Gruppen auf, die entweder die Arbeit der schwarzen oder weißen Seite der Kokerei sowie die Bedeutung der Waschkaue erläutern wollen.

Die Programme an den Denkmalstandorte im Einzelnen:

Kokerei Hansa in Dortmund

Eröffnung der Ausstellung „Entdecken – Bewahren - Erforschen“ um 11 Uhr.
Schülerinnen und Schüler der der Gustav-Heinemann-Gesamtschule präsentieren
ihre Ergebnisse aus dem Kunstunterricht.
12 bis 13 Uhr Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule
erklären, wie die Kokerei funktioniert.
Von 11 - 17 Uhr finden stündlich industriehistorische Führungen zum Denkmal statt.
Für alle, die an Industrienatur interessiert sind, bietet der RVR RUHR Grün von
12 - 16 Uhr spezielle Naturführungen an, die einen Einblick in die exotische
Pflanzenwelt auf Hansa geben.
Adresse: Kokerei Hansa, Emscherallee 11, 44369 Dortmund
Öffnungszeiten: 10 - 18 Uhr

Zeche Gneisenau in Dortmund
Von 11 - 17 Uhr kann der Tomson-Bock besichtigt werden. Mitarbeiter der Industriedenkmalstiftung stehen für Fragen rund um das Industriedenkmal zur
Verfügung. Am Nördlichen Maschinenhaus (Schacht 4) bietet der Förderkreis Zechenkultur e.V.
zwischen 11 - 17 Uhr zu jeder vollen Stunde Führungen an.
Adresse: Zeche Gneisenau Schacht 2/4; Altendernerstraße; 44329 Dortmund

Zeche Radbod in Hamm
Die Zeche Radbod ist am Tag des offenen Denkmals von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Mitarbeiter der Industriedenkmalstiftung bieten kontinuierlich Kurzführungen zum
Denkmal an.
Adresse: Zeche Radbod, An den Fördertürmen, 59075 Hamm

Zeche Consiolidation in Gelsenkirchen
Der Initiativkreis Bergwerk Consolidation e.v. präsentiert von 11 - 18 Uhr die historische Dampffördermaschine im südlichen Maschinenhaus. Gästeführer der Industriedenkmalstiftung laden von 11 - 17 Uhr zu kostenlosen Kurzführungen ein, die spannenden Einblicke in die Geschichte und Entwicklung des Standortes geben.
Zum Betrachten und Staunen lädt die die Sammlung Werner Thiel im nördlichen
Maschinenhaus ein, die von 11 - 18 Uhr geöffnet ist und beeindruckende Relikte
aus den Zeiten des Bergbaus zeigt.
Adresse: Zeche Consolidation, Bismarckstraße, 45889 Gelsenkirchen

Zeche Prosper II in Bottrop
Die Zeche Prosper II ist am Tag des offenen Denkmals von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Mitarbeiter der Industriedenkmalstiftung bieten kontinuierlich Kurzführungen zum
Denkmal inklusive Blick vom Fördergerüst an.
Adresse: Zeche Prosper II, Knappenstraße, 46238 Bottrop

Zeche Fürst Leopold in Dorsten
Die Maschinenhalle ist von 11 - 18 Uhr für Besucher zugänglich. Mitglieder des Vereins für Bergbau- Industrie und Sozialgeschichte Dorsten e.V. bieten kontinuierlich Führungen über das Gelände an.
Adresse: Zeche Fürst Leopold, Fürst-Leopold-Platz 4, 46284 Dorsten

Zeche Pattberg Schacht 1
Parallel zum Kultur-Festival „Last Exit Moers“ bieten Mitarbeiter der Industriedenkmalstiftung von 11 bis 17 Uhr Kurzführung an.
Adresse: Rheinlandstraße 1-3, 47445 Moers

Ahe Hammer in Herscheid/Werdohl
Der Ahe Hammer ist am Tag des offenen Denkmals von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Mitglieder des Vereins „Osemunddenkmal Ahe Hammer Herscheid/Werdohl“
präsentieren das Denkmal.
Adresse: Ahe Hammer, Schwarze Ahe 19, 58849 Herscheid

Zeche Sophia Jacoba, Schacht 3
Der Förderverein Schacht 3 Hückelhoven e.V. bietet von 10 bis 17 Uhr kontinuierlich Kurzführungen über das Denkmal an.
Adresse: Zeche Sophia Jacoba Schacht 3, Sophiastraße, 41836 Hückelhoven
Alle Angebote sind kostenlos!

Weitere Informationen unter www.industriedenkmal-stiftung.de

Quelle: Stadt Dorsten/ Deutsche Stiftung Denkmalschutz