Dorsten-Aktuell


14.07.2017
 

Rehe und Hunde in der Heuernte

Je nach Region und Witterung gibt es verschiedene Zeitpunkte, um trockenes und qualitativ hochwertiges Futter zu ernten. Die Gräser und Kräuter sind gut entwickelt und stehen in oder kurz nach der Blüte.

Aber genau dann bringen viele Wildtiere ihren Nachwuchs zur Welt. Und der gerät auf den Wiesen in Gefahr. Von den Fahrzeugen aus kann der Landwirt ein verstecktes Kitz nicht erkennen und es wird Opfer des Kreiselmähers.
Die Erntemaschinen sind in der Natur nicht als Feind eingestuft.

Folglich flüchten Rehkitze nicht beim Herannahen des Motorenlärms, sondern sie ducken sich und sind so kaum zu entdecken.
Landwirte stehen oft, gerade durch sich schnell änderndes Wetter, unter Zeitdruck.
Daher haben sie verständlicherweise oftmals keine Möglichkeit, ihre Wiese vorgängig abzusuchen.
Allerdings gibt es eine Möglichkeit, Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren: Das sogenannte „Verblenden“.

Hierbei werden am Vorabend helle Tücher, Baustellenlampen oder ähnliches in dem zu mähenden Abschnitt aufgehängt.
Die Rehgeiss reagiert entsprechend beunruhigt auf diese Veränderung und holt meist in der Nacht ihren Nachwuchs aus der gefährdeten Wiese.
Um eine Gewöhnung der Tiere an diese Veränderung auszuschließen, sollte das Verblendmaterial rasch wieder entfernt werden, wenn die Ernte, etwa durch einen Wetterumschwung, nicht innerhalb von einem bis zwei Tagen erfolgen kann.

Hunde an die Leine

Natürlich gehört zur artgerechten Hundehaltung auch der Aufenthalt mit dem Hund in der freien Natur und der Freilauf des Hundes in Feld und Wald. Dies ist jedoch nicht immer und überall möglich und erlaubt.
Im Gegensatz zu Jagdhunden, bellen Haushunde nicht, wenn sie „jagen“.
Rehe wiederum geben auf der Flucht keinen Mucks von sich und lassen höchstens einen kurzen Schmerzschrei los, dann fallen sie aber in eine Art Schockstarre.
Viele Herrchen und Frauen merken deshalb oft nicht, dass ihr Hund wildert, wenn er in den Büschen oder im hohen Gras verschwindet.
Deshalb müssen auch Hunde an Waldrändern und bei hohen Heugraswiesen unbedingt angeleint bleiben. Verantwortungsbewusste Hundehalter wissen das, halten sich an diese Regel und tragen so zum Schutz der Rehe und anderer Wildtiere bei.