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Die Fusion kostet Zeit
 
"Wir versuchen alles, um so schnell wie möglich zu sein", betont Heike Hürland. Dennoch ist der Vorsteherin des Finanzamts Marl klar, dass die Bearbeitung der Steuererklärungen 2007 in den kommenden Monaten oftmals deutlich länger als gewohnt dauern dürfte. -

Denn die Fusion der Finanzämter Gladbeck und Marl habe personelle und organisatorische Veränderungen mit sich gebracht, so Hürland - und damit auch Mehrarbeit. So seien die Beschäftigten jetzt durchweg für andere Steuerfälle zuständig. Zudem müsse man mit einem "reduzierten Personalkörper" auskommen: 389 Beschäftigte hat das Finanzamt, 23 Mitarbeiter sind gegangen. "Das hat aber nicht unbedingt etwas mit der Fusion zu tun, sondern ist ja bei allen Finanzämtern so", sagt Hürland.

118000 Steuerfälle haben die zum 1. Dezember fusionierten Finanzämter Marl und Gladbeck, die darüber hinaus für Herten, Haltern und Dorsten zuständig sind, im vergangenen Jahr bearbeitet. Dabei kam eine Steuer-Gesamtsumme von 994 Millionen Euro zusammen. "Das ist ein Plus von fast elf Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Zeichen für eine anspringende Wirtschaft", so Hürland. Auch wenn sie natürlich registriert, dass Marl damit der Entwicklung im gesamten Ruhrgebiet (plus 12,5 Prozent) etwas hinterherhinkt.

"Erfreulich ist vor allem die Entwicklung im Einkommensteuer-Bereich", sagt Regierungsdirektor Hans-Peter Graf. Hier stiegen die Einnahmen von 25,5 auf 48,7 Millionen Euro. Einen starken Rückgang gibt es dagegen bei der Grunderwerbsteuer (von 21,5 auf 12,3 Millionen Euro): "Das kann auch ein Indikator für eine nicht mehr ganz so positive Situation in der Bauwirtschaft sein", sagt Hürland.

Darüber hinaus führten 28 Beschäftigte 397 Außenprüfungen durch, was zu einem Mehrergebnis von 12,6 Millionen Euro führte - wobei ein Fall allein mit stolzen 2,5 Millionen Euro zu Buche schlug.

Weiterhin gestiegen ist im Bereich des Finanzamts Marl die Zahl der Verbraucherinsolvenzen - was einem bundesweiten Trend entspricht.

Festhalten will Hürland an den auswärtigen Sprechstunden: "Für die Bürger hat das viele Vorteile. Allerdings müssen wir mal schauen, ob man das wirklich so in Gänze fortführen kann. Schließlich fehlen die entsprechenden Mitarbeiter dann ja hier im Amt."

Erstmal können die Steuerzahler jedoch zunächst bis Ende Mai in den Rathäusern der Städte Dorsten, Herten, Haltern am See und Gladbeck Informationen bekommen, Steuererklärungen oder Anträge auf Lohnsteuerermäßigung abgeben - und zwar jeweils montags und donnerstags von 13 bis 16 Uhr. In Gladbeck, wo ja zuvor ein komplettes Finanzamt beheimatet war, wurde der erste auswärtige Bürgersprechtag regelrecht gestürmt: "Aber das hat sich inzwischen beruhigt", sagt Hürland. "Und es wird sich weiter einspielen."