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Neues Zentrum Fürst Leopold - In zwei Monaten soll Planung zur Genehmigung eingereicht werden
 

Zwei Mülheimer Architekten planen die Zukunft des historischen Gebäudeensembles der alten Zeche. In zwei Monaten soll die Planung so weit sein, dass sie zur Genehmigung eingereicht werden kann. Sanierung soll noch in diesem Jahr beginnen.

Andreas Herrmann (48) lässt den Raum wirken, schaut an die Decke. „Sahneschnitte” nennt er die gewaltige Lohnhalle der Zeche Fürst Leopold und die riesigen Kauen dahinter. Der Architekt und sein Partner Ulrich Kopka (50) vom Mülheimer Gemeinschafts-Büro „Gruppe Bau Art” planen für Investor Jürgen Tempelmann (Tedo GmbH) die Zukunft des Kernensembles, steuern dabei langsam aufs Ziel zu. Herrmann: „In sechs bis acht Wochen wollen wir die Genehmigungs-Planung bei der Stadt einreichen, dann die Arbeiten ausschreiben. Vielleicht können noch in diesem Jahr die ersten Nutzer einziehen.”

Herrmann und Kopka sind spezialisiert auf Entertainment- und Kultur-Architektur: Theater, Kinos, Diskotheken – auch in alten Industrietempeln – haben sie schon geplant. Das Projekt Hervest kennen sie seit vier Jahren. „Das Ensemble ist städtebaulich ganz prägnant. Wir öffnen hier ein Stück Dorsten. Die Bedeutung für die ganze Stadt ist uns klar.” Das wichtigste sei jetzt, rasch mit der Sanierung zu beginnen. Schon bröckelt es überall. „Ohne Betrieb altern Gebäude in einem wie sonst in fünf Jahren.”

Die Lohnhalle – so viel steht fest – wird mit dem Umbau zum „Art Boarding House” (etwa: Kunst-Herberge) das Herz des Ensembles. In den vielen Räumen sollen Ateliers entstehen, Studios, Büros für Künstler, zudem Hotelzimmer. Die Aufteilung soll der Nachfrage von Nutzern angepasst werden. An der eigentlichen Halle „verändern wir fast nichts”, sagt Herrmann.

Dass zu Zechenzeiten die Form der Funktion folgte, verdeutlicht der Planer an einem Beispiel: Ein zauberhafter Giebel an der Längsseite zum Platanen-Platz hin soll als neuer Haupteingang geöffnet werden. Herrmann: „Da muss man nur auf den Plan gucken. Das schreit sofort: Hallo, hier ist der Eingang.”

In die gewaltigen Kauen zieht eine Oldtimer-Schau. Bis zu 300 Fahrzeuge finden hier Platz. „Man unterschätzt die Dimension”, so die Architekten. Die Kellergewölbe darunter sollen eine dauerhafte Ausstellungsfläche für Künstler der Region bieten. In der „Lampenstube” (hier lagerten die Grubenlampen der Bergleute, eine „tolle Location”, sagt Andreas Herrmann) werden Fotostudios eröffnet.

Inzwischen vom Tisch ist der Plan, für eine Bowling-Bahn eine neue Halle zu errichten. Sie kann in der Dampfzentrale untergebracht werden – gemeinsam mit Gastronomie und Billardsaal. Die Fläche für die Bowlingbahn bleibt frei als Reserve für Ergänzungen des Ensembles. Noch nicht weiter konkretisiert sind die Pläne für Trafogebäude (Diskothek oder Musikclub) und Maschinenhaus (Domizil für Bergbauverein).

Gleichwohl: Eine solche Dichte kultureller Nutzungen, so Herrmann, gebe es „nirgendwo.” Und im Gegensatz zu Projekten wie auf den Zechen Consolidation oder Zollverein werde hier alles ohne Fördergelder umgesetzt.

Quelle: DerWesten.de