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"Mein Bruder sollte mein Mörder werden"
Lesung und Diskussion mit der Autorin Sonja Fatma Bläser am Donnerstag, den 26.11.09, 19.30 Uhr, PERSPEKTIVE Haus, An der Molkerei 24, Hervest.


Wenn am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, die leuchtend blauen Fahnen von Terre des Femmes mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ ähnlich wie in vielen bundesdeutschen Städten vor dem Dorstener Rathaus wehen werden, wird deutlich, dass ein freies, selbstbestimmtes Leben für Frauen weltweit noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, sondern es zu seiner Realisierung nach wie vor des Engagements vieler bedarf. Weiterhin ist gefragt, Flagge für ein freies und selbstbestimmtes Leben von Frauen zu zeigen.

„ Mord im Namen der Ehre“, Zwangsheirat“ und „häusliche Gewalt“ bieten immer wieder Stoff für Schlagzeilen. Vor einem Jahr erlebten wir in unserer eigenen Stadt, dass eine Frau, die mit ihren Kindern ins Frauenhaus geflüchtet war, auf offener Straße von ihrem Ehemann ermordet wurde. Er war nicht damit einverstanden, dass sie einen anderen freieren Lebensstil für sich wählen wollte. Viele von uns haben sich damals gefragt: Wie ist solche Gewalt möglich?

Einige Ältere, so Gleichstellungsbeauftragte Vera Konieczka, mögen sich vielleicht auch daran erinnert haben, welcher Diskriminierung und Abwertung, ja auch gewalttätigem Verhalten Frauen noch in den 1950er Jahren bei uns ausgesetzt waren, wenn sie sich von einem gewalttätigen Ehemann trennen wollten, ein uneheliches Kind bekamen oder einen Mann heiraten wollten, der ihren Eltern nicht passte.

Den diesjährigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen haben Gleichstellungsstelle, Verein Frauen helfen Frauen, Kinderschutzbund und PERSPEKTIVE Haus deshalb zum Anlass genommen, die Autorin Sonja Fatma Bläser nach Dorsten einzuladen.

Sonja Fatma Bläser kam als Neunjährige mit ihrer Familie aus Ostanatolien nach Deutschland. Ihr wurde schon früh vermittelt, dass sie als Mädchen und später als Frau keine Rechte habe und nur dem Mann, den sie später heiraten sollte, Gehorsam schulde. In ihrer 1999 unter dem Name Fatma B. anonym veröffentlichten Lebensgeschichte „Hennamond“ erzählt sie von erlebter Gewalt, der Flucht vor der Zwangsverheiratung und den Morddrohungen ihrer Familie, die heute bedauert, ihr so viel Leid angetan zu haben. Ihre Biographie war für sie zugleich Anlass, den Verein „Hennamond“ zu gründen, dessen Ziel es ist, Mädchen, jungen Frauen und jungen Männern, die von häuslicher Gewalt, Zwangsverheiratung oder Ehrenmord betroffen sind, zu helfen.

Neben der Beratung führte sie verschiedene Schulprojekte u.a. für das Land Bremen durch, um Jungen und Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund für den Themenbereich zu sensibilisieren. Darüber hinaus ist sie auch in der Erwachsenenbildung im Auftrag von Ministerien in verschiedenen Bundesländern tätig und gefragte Teilnehmerin an Diskussionsrunden, bei Anhörungen der Bundesregierung und Fernsehtalks. Für ihr Engagement erhielt sie 2006 den Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage der Landeshauptstadt Wiesbaden; der WDR porträtierte sie kürzlich in seiner Reihe „Starke Frauen“.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung, die am 26. November, 19.30 Uhr im PERSPEKTIVE Haus stattfindet, ist frei.