
An
der Angel hing so mancher dicke Brocken. Doch der
Angelsportverein Wulfen (ASV) ging eigentlich gar nicht
seinem Hobby mit Rute und Köder nach, es ging ihm mehr ums
„Aufräumen“ im Barkenberger See. Dafür brauchte man eine
fingerdicke Leine mit einem Wurfanker am Ende.
Das
mächtige Angelgerät zog vielerlei ans Ufer: rostige
Fahrräder, Grills, demolierte Einkaufwagen und
Absperrgitter. Alles dick mit Schlamm und Schlick überzogen.
Außerdem sammelten 20 Vereinsmitglieder mit ihrem
Vorsitzenden Kurt Scheid etliche Säcke voller Müll ein. Die
Aktion im Rahmen der Dorstener Besentage füllte am Ende
einen sechs Kubikmeter fassenden Container.
Erst kürzlich war die Feuerwehr dem See auf den Grund
gegangen. Die Taucher der Feuerwehr übernahmen die Aufgabe
für das Vermessungsamt der Stadt: Mit ihren Messeergebnissen
sollen die Voraussetzungen für den Bau eines neuen Steges
geschaffen werden.
Im Dorstener Rathaus gibt es keine Unterlagen mehr über
den alten Holzsteg, die konnten nur mit Hilfe der
Einsatztaucher der Dorstener Wehr rekonstruiert werden.
Gebaut werden soll (für 60.000 Euro) ein Steg aus
Betonpontons, die an Pfählen befestigt wird.
Es wird ausschließlich eine Konstruktion fürs Promenieren
sein, nicht etwa als Sprungbrett für ein Bad im See. Das ist
weiterhin verboten – obwohl das mal ganz anders geplant war.
Der künstlich angelegte See sollte das „Freibad“ sein mit
unmittelbarem Anschluss an das Hallenbad, von dem er nur
durch einen schmalen Fußweg getrennt ist.
Doch so weit ist die Neue Stadt Wulfen nie gekommen.
Durch den ausgebaggerten See fließt die Midlicher
Mühlenbach. Wegen der beträchtlichen Boden-Unebenheiten gibt
es gefährliche Strömungen – deshalb das Schwimmverbot.
Quelle: marlaktuell.de
Info
Künstlich angelegt
Der Barkenberger See ist
künstlich angelegt, war
ursprünglich eine feuchte
Wiese, durch die der Rhader
Mühlenbach verlief. Der Bach
wurde verlegt, die Wiese in
mehreren Etappen
ausgebaggert. Anfangs führte
ein Fußweg auf einem Damm
vom Napoleonsweg zur
Gesamtschule. Bei starkem
Regen dient der See als
Rückhaltebecken, deshalb
schwankt der Wasserspiegel
und darum „schwimmt” der
Anleger vor der Schule – wie
die St.
Pauli-Landungsbrücken in
Hamburg. (Quelle:
www.wulfen-wiki.de)