Fest der Kulturen in Hervest

Wenn am Freitag das Fest der
Kulturen auf dem Brunnenplatz gefeiert wird, dann soll das muntere Treiben auch
zeigen, dass mit dem Projekt Soziale Stadt ein neues Miteinander im Ortsteil
wächst. Ernst Koch, Geschäftsführer des Bergbauvereins: „Hervest entwickelt sich
positiv. Es sind kleine, aber spürbare Schritte".
Zum vierten Mal laden Migrationsreferat der Ev. Kirche und
Türkisch-Islamischer Kulturverein Ditib am Freitag ein, gemeinsam auf dem
Prachtplatz im Herzen der Kolonie zu feiern. Ab 16 Uhr gibt es Programm mit
vielen Gruppen aus unterschiedlichen Kulturen, Infostände, Platz für einen
Trödelmarkt und Leckeres aus aller Welt. Mit dabei sind Tanzgruppen tamilischer
Jugendlicher und vom Heimatverein Dorf Hervest, türkische Folklore, Rock, Hiphop
und am Abend in der Dämmerung nach 21 Uhr eine akrobatische Feuer-Show.
Fest für alle Sinne soll es also werden. Und ein weiteres Steinchen, das dieses
Mosaik Hervest zu einem bunten Bild fügt. Ute-Maria Schlebusch vom
Migrationsreferat der Ev. Kirche: „Es geht um das Miteinander im Stadtteil:
Darum, sich zu begegnen und miteinander zu reden.” Ernst Koch: „Ich glaube, dass
alle beteiligten Vereine bei diesem Fest zeigen, dass in Hervest etwas
passiert.“
Ein wesentlicher Programmpunkt an diesem Tag ist das öffentliche Fastenbrechen
der muslimischen Gemeinde ab 20.40 Uhr – übrigens das letzte Mal in diesem
Ramadan: Der Fastenmonat endet am kommenden Dienstag mit dem traditionellen
Zuckerfest. Die Moscheegemeinde will sich mit dem Fest präsentieren und
informieren. Integrationsbeauftragter Ferit Kocatürk: „Wir sind ein Teil von
Hervest Dorsten. Die Moschee ist eine Anlaufstelle, um die türkisch-islamische
Bevölkerung zu erreichen. Es ist uns darum ein Anliegen, uns zu präsentieren.”
Das Fest der Kulturen als ein besonders bunter Tupfen im Programm Soziale Stadt
ist längst ein Selbstläufer. Ute-Maria Schlebusch: „Alle Absprachen laufen
reibungslos, Hemmschwellen sind gesunken, das Miteinander wird besser.” Das
bestätigt auch Ferit Kocatürk: „Wir merken, das Interesse der Kulturen
untereinander steigt. Die Hand, die gereicht wird, wird auch angenommen. Und
darum sind wir immer gerne bereit, bei solchen Festen auch etwas zu machen.”
Längst umfasst das kulturelle Miteinander in Hervest mehr als Türken und
Deutsche. Eine kleine, aber sehr rührige tamilische Gruppe gehört inzwischen zum
Inventar des Ortsteils. Eine russische Gemeinschaft hat sich am Katenberg
etabliert und mischt im guten Sinne mit. Einmal die Woche gibt es etwa einen
russischen Kochclub am Brunnenplatz. Die Mitglieder dieser „Sprachgruppe Smak”
(Abkürzung für Spätaussiedlerinnen mögen anders kochen) servieren beim Fest der
Kulturen am Freitag Leckeres aus ihrer Küche.
Iren und US-Amerikaner sind in Hervest bisher nicht als aktive Minderheit
aufgefallen. Irish-Dance und Country-Tänze gibt es im Programm am Freitag
trotzdem. Hervest ist eben ein ziemlich bunter Ortsteil.
Quelle: DerWesten.de
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