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virtuellvisuell

 

Managua, Athen, Luxemburg, Berlin und ab Sonntag, 23. Oktober auch in Dorsten

Dieter Masuhr, Kosmopolit und international bekannter Künstler zeigt auf Initiative von Virtuell-Visuell eine Retrospektive seiner Arbeiten in der Wiesenstr. 4 am Markt:
P O R T R Ä TS  D E R  Z E I T


Schon immer ist Dieter Masuhr ein Mensch mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn gewesen und prangert in seinen Bildern Krieg, Folter, Gewalt und Unterdrückung an:
Wenn in Ostdeutschland Rechtsradikale missliebige Ausländer tätlich angreifen, nennen sie das ,Fidschis klatschen'. Und so nannte er 1995 ein 2,10 x 2,00 m großes Gemälde.
Die BILD Zeitung kommentierte damals auf der ersten Seite:
,,Was darf Kunst? Ein Mann schmettert ein Kind gegen die Wand.
Der Berliner Maler Dieter Masuhr nannte sein Gemälde ‚Fidschis klatschen‘
Darf ein Künstler so weit gehen?"

Und doch malt Dieter Masuhr gleichzeitig traumschöne Bilder von Blumen, Landschaften, Frauen und liebenden Paaren.

Er hat viele prominente Persönlichkeiten porträtiert wie z.B. Isabel Allende, Kenzaburo Oe, Josef Weizenbaum oder Antje Vollmer.

Und er hat Bücher geschrieben, Bücher gestaltet und übersetzt.

Zur Vernissage am Sonntag, 23.10. ab 11.30 h spricht Dieter Masuhrs Schwester, Dr. Irmgard Born.
Sie ist die Witwe des Schriftstellers Nicholas Born, der in Duisburg geboren wurde und in Essen aufwuchs.
Ihre Tochter Katharina Born hat kürzlich ihren 1. Roman „Schlechte Gesellschaft“ veröffentlicht.

Dauer der Ausstellung: 23.10. – 03.12.2011
Öffnungszeiten: mi + do 15 – 18 h, sa 11 – 14 h und n. Vereinbarung: 01 77 – 6 33 97 64
 

Dieter Masuhr: Porträts der Zeit

Eröffnung: 23. Oktober 2011, 11.30 - 14 Uhr

Es spricht: Dr. Irmgard Born

 

Dieter Masuhr_Ast IV 1997-5, 160 x 200_Öl auf Lwd.

Dieter Masuhr_Akt Frau 1990, 110 x 145_Öl auf Lwd.

 

Dieter Masuhr, Jahrgang 1938, Maler, Dipl.-Ing. Architekt,

freischaffend seit 1965, lebt in Berlin

Studium der Malerei bei Hermann Kaspar in München und Hann Trier in Berlin

Auch Verwalter einer Kaffeeplantage, Reisender, Dozent an der Kunsthochschule Managua, Übersetzer lateinamerikanischer Lyrik, Typograf, Schriftsteller.

Entwickelt die grafische Technik der Filmschabkunst.

Ausstellungen in Galerien und öffentlichen Institutionen im In- und Ausland.

 

Die beiden Leitgedanken des Malers Dieter Masuhr

 

Sinnliche Malerei

Porträts, Blumen, Landschaften können ebenso sinnlich wirken wie Bilder über die Liebe. Denn nicht Kalkül oder intellektuelle Zuschreibung bestimmen seine Bilder, sondern heitere, sinnliche Wahrnehmung. Mit der atmenden Hand sorgsam und bewusst auf die Leinwand übertragen.

 

Mit knappem Strich den Raum entfalten.

Blumen zum Beispiel lassen sich stark abstrahiert darstellen, ohne gänzlich die Bedeutung "Blüte, Blatt" zu verlieren. Es reicht ein bunter Fleck in Gesellschaft von ein paar Pinselstrichen, die "wie Blätter" aussehen, um die Erinnerung an eine Blüte hervorzurufen.

In diesem Schwebezustand zwischen ungegenständlicher und gegenständlicher Malerei wird die Darstellung von Raum mit nicht-illusionistischen Mitteln möglich.

 

Je einfacher, bewusster die Elemente des Bildes, auch die "leeren", nicht gemalten Flächen einander zugeordnet sind, desto deutlicher entstehen Räume, ein dynamisches Vor und Zurück der Bildelemente und damit eine "dreidimensionale" Schichtung, die mit "Abbild" oder Perspektive nicht erklärt werden kann.

Das künstlerische Ereignis des Bildes entfaltet sich innerhalb seiner selbst. Es wird nicht durch Benennung hervorgerufen, eine literarische Zuschreibung oder einen anderen äußeren Bezug.

Dauer der Ausstellung: bis 3. Dezember 2011

„Malerei ist sinnlich und öffentlich. Ich möchte, dass Kunst lebendig sei, offen für die gesellschaftlichen Vorgänge, lebendig in Inhalt und Ausdruck. Ein Bild ist gleichzeitig ein Abbild und eine abstrakte Form. Die Abstraktion der Bildstrukturen muss die Lebendigkeit des Abbildes steigern, die Pinselführung, Farbgebung, der Bildaufbau müssen dem Inhalt des Bildes gemäß sein und trotzdem ihren eigenen Wert behalten. Die abstrakten Bildstrukturen werden durch die Erfahrungen der Wirklichkeit lebendig und vielfältig, und die einzelnen Erfahrungen aus der Wirklichkeit werden durch ihre Darstellung in abstrakten Bildstrukturen allgemein und typisch. Um das jedoch erreichen zu können, muss man sich der Wirklichkeit ausliefern. Man muss ins Wasser um nass zu werden. Dann begreift man, dass Kunst nicht nur aus dem Zipfel irgendeines Problems besteht, sondern in Inhalt, Thema, Farben, Aufbau und Malweise unerhört unterschiedlich, reich und grenzenlos ist. Am vielfältigsten sind die Menschen - wie sie aussehen, wie sie denken.“      Dieter Masuhr
 


Dieter Masuhr_Krieg in Vietnam 1972 Öl auf Leinwand

Dieter Masuhr_Agates Blumen 1993 Öl auf  Leinwd.


Von Bildern der Wirklichkeit zur Wirklichkeit der Bilder

… Betrachtet man Masuhrs Werke als „Porträts der Zeit“ in ihrer Entwicklung der letzten drei Jahrzehnte, so lässt sich bei aller Veränderung seiner Malerei feststellen, dass er bis heute in seinem Grundverständnis ein realistischer Künstler geblieben ist. Masuhr steht emphatisch ein für eine „dialogische Kunst“, die das Gegenüber und den Kontext immer einbezieht und hinterfragt.

Realismus ist für ihn bis heute keine überkommene Modeerscheinung, sondern Haltung und Methode: eine kritische, engagierte, dem Künstler Verantwortung und Stellungnahme abfordernde Position als Motivation für Kunst. Deren Ziel ist nicht Beschönigung, sondern Aufklärung und Erkenntnis – und ihre Wirkung besteht darin, im Dialog mit dem Betrachter verschüttete Vorstellungen von einer besseren Realität zu aktivieren, indem sie Widersprüche aufzeigt, Phantasie und Denken provoziert……

Masuhr hat für sich den Weg eines expressiven Realismus gefunden und ungeachtet aller Diskurse der Gegenwartskunst konsequent weiterentwickelt – eine unbequeme Außenseiterposition, die bis heute erfolgeich allen Paradigmenwechsel des Kunstbetriebs widerstanden hat…
Barbara Straka