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Therapiebegleithunde
 

Ein Griff ins weiche Fell. Die zuvor noch so aufgeregte Hand beruhigt sich. Der nervöse Blick trifft die treuen Hundeaugen, die Stimme wird ganz sanft. Ein Lächeln schleicht sich in das vorher abweisende Gesicht. Es ist verblüffend, wie auch unruhige oder kranke Menschen auf Tiere reagieren. Zwei  junge Frauen aus Dorsten haben es sich zur Aufgabe gemacht, Hunde und ihre Menschen zu Helfern auszubilden.

Der Weg des Lebens ist selten eine gerade Straße, davon kann Janine Nordmann ein Lied singen. Bei zwei behinderten Kindern hatte die Lebensstraße der jungen Frau schon mehr als ein paar Unebenheiten. Dass aber ausgerechnet Hundepfoten einige der schlimmsten Steine aus dem Weg räumen würden, hätte sich die erfahrene Krankenschwester aus Dorsten nicht träumen lassen. Ihr Weg führte sie „vom Schicksal zur Berufung“, wie sie selbst sagt, und ihre Begleiter sind Hunde. Allen voran Isa, die sanfte Retrieverdame.

Isa würde es spüren, wenn sich in den kleinen Kinderkörpern ein epileptischer Anfall anbahnen würde, und sie würde ihre sonst so ausgeprägte Ruhe aufgeben, Hilfe holen, Hilfe herbellen. Sie würde, bisher musste sie es nicht. „Seit wir den Hund haben, hat es keinen Anfall mehr gegeben“, erzählt Janine. Im Gegenteil: Die Kinder blühten auf, wurden ruhiger, konnten ihren täglichen Aufgaben im Beisein von Isa besser nachkommen. Der Hund stellte sich als vierbeiniger Segen heraus.

Zusammen mit einer guten Freundin, Kerstin Hoppius, besuchte Janine nun Seminare und Fortbildungen, bei denen sie immer mehr darüber lernte, wie Hunde Menschen helfen konnten, anderen Menschen zu helfen. Inzwischen sind die beiden jungen Frauen Therapiebegleithunde-Ausbilderinnen und geben ihr Wissen professionell an andere Menschen weiter.

Das ungewöhnliche Start-Up-Unternehmen unter dem Namen „Dein Hundividuum“ richtet sich dabei vor allem an Menschen, die ehrenamtliche Helfer sind. „ Wir möchten keine kommerziellen Kunden ausbilden, die ihre Hunde dann nur aus Profitgier verheizen“, betont Kerstin. Statt dessen sollen die Tiere schonend eingesetzt werden, und dennoch anderen Personen helfen. Und die Hilfe wird gerne angenommen: „Wir haben Lehrerinnen, die in zuvor lauten Klassen plötzlich ruhige und rücksichtsvolle Kinder erleben, die den Hund nicht durch Krach verängstigen wollen“, erzählen Janine und Kerstin, „oder verschlossene ältere Menschen, die dem Hund Dinge erzählen, die ihre Pfleger nicht hören würden.“

Wer sich bei den beiden jungen Dorstenerinnen mit seinem Hund zusammen ausbilden lässt, ist danach noch kein Therapeut. „Da darf es keine Missverständnisse geben“,  erklärt Janine. „Die Hundebesitzer unterstützen die Therapie nur, sie werden dadurch keine Mediziner oder Psychologen.“ Vielmehr treten Zwei- und Vierbeiner als ein geschlossenes Team auf, die die Behandlung von Patienten auf ihre sanfte Weise fördern können.

Der treue Freund muss dabei kein tierischer Einstein sein, um zum Therapiebegleithund ausgebildet zu werden, und ein ellenlanger Stammbaum ist auch nicht zwingend eine Qualifikation. Vielmehr  kommt es auf das Wesen des Hundes an. Stimmt das, ist fast jede Fellnase geeignet. „Bevor wir eine Ausbildung anfangen, machen wir einen sehr ausführlichen Eignungstest“, beschreiben Janine und Kerstin. Wie reagiert der Hund auf körperliche Nähe, ungewohnte Geräusche, unkontrollierte Berührungen? Bekommt er schnell Angst oder nimmt er Streicheleinheiten gelassen hin?

„Auf gar keinen Fall darf das Tier panisch oder aggressiv reagieren“, betonen die beiden Profis. Stimmt die Chemie, kann die Ausbildung dann beginnen – Schritt für Schritt werden Mensch und Hund auf das kommende Einsatzgebiet vorbereitet. Dabei legen die beiden Frauen sehr viel Wert auf eine individuelle Förderung, schließlich eignet sich ein Begleithund für traurige Senioren nicht unbedingt auch für eine Horde wuseliger Kleinkinder. Die Besitzer hingegen lernen, das Verhalten ihres Hundes noch besser zu lesen, Hygienestandards zu erfüllen und wertvolle Kniffe im Umgang mit ihren Zielpersonen zu nutzen. „Es ist gar nicht schlecht, wenn der Hund den einen oder anderen Trick kann“, verrät Kerstin, „denn schon das einfache Apportieren von Gegenständen vertieft die Beziehung von Menschen zu ihren Tieren“.

Auch wenn der Besuch der Hunde wohltuend für die Menschen ist, ist er dennoch Arbeit für das Tier. „Daher sollte man das Tier im Idealfall nur zweimal die Woche solchen Situationen aussetzen“, betonen die Expertinnen, „ und für viel Ausgleich sorgen.“ Da sind sich Menschen wie Hunde gleich – wer selbst zu viel gegeben hat, kann irgendwann nicht mehr leisten. Bei gutem Einsatz hilft der Hund aber vielen Menschen, die Lebenswege sicherer zu gehen, bis die Pfotenabdrücke unterwegs irgendwann im Sand der Zeit verlaufen müssen. (Oliver Borgwardt)
 

Dein Hundividuum
Hundetraining- Problemtherapie - Therapiebegleithunde

Drosselweg 18
46284 Dorsten
Telefon: 02362 - 793182

www.dein-hundividuum.de
[email protected]